Unabhängiges Nachschlagewerk zur Arbeit mit historischen Quellen. Es steht in keiner Verbindung zur früheren Website unter dieser Domain, zu Politikern, Parteien oder Behörden und ist kein Agitationsmaterial.

Begriffe

Grundbegriffe

Die Arbeit mit der Vergangenheit hat ihre eigene Sprache. Wörter wie „Provenienz“ oder „Zuschreibung“ klingen trocken, doch hinter jedem steht eine einfache Frage an ein Dokument: Wer hat dich geschaffen, wann, wo warst du seither, und kann man dir glauben? Hier sind solche Begriffe mit kurzen Erläuterungen versammelt.

Ein Fachbegriff dient nicht dem Eindruck. Er hilft, einem Dokument keine wichtige Frage zu vergessen.

— Gedanke der Redaktion

Wie der Stoff ausgewählt ist: Ins Lexikon kommen Begriffe, ohne die man die Arbeit von Historikern und Archivaren kaum versteht. Die Definitionen sind beschreibend und für Leser ohne Fachausbildung bewusst vereinfacht.

Quelle und Zeugnis

Historische Quelle
Jede Spur der Vergangenheit, aus der sich etwas über sie erfahren lässt: ein Dokument, ein Gegenstand, ein Bild, eine aufgezeichnete Erzählung, ein Bauwerk.
Primärquelle
Eine Quelle, die zur Zeit des Ereignisses oder kurz danach entstand, meist von einem Beteiligten oder Augenzeugen. Ihr gegenüber stehen spätere Nacherzählungen und Darstellungen.
Zeugnis
Ein Bericht über ein Ereignis, der von einer bestimmten Person stammt. Sein Wert hängt davon ab, was der Zeuge selbst sehen konnte und wie sehr ihm an einer bestimmten Version gelegen war.
Nacherzählung
Die Wiedergabe fremder Angaben mit eigenen Worten. Bei jeder weiteren Nacherzählung gehen Einzelheiten verloren oder kommen hinzu, deshalb lohnt es sich, die Kette bis zum Anfang zu verfolgen.

Prüfung eines Dokuments

Zuschreibung
Die Bestimmung von Urheber, Entstehungsort oder Zugehörigkeit eines Dokuments oder Gegenstands. Sie stützt sich auf Handschrift, Stil, Material, Unterschriften und den Vergleich mit sicher bekannten Stücken.
Datierung
Die Bestimmung der Entstehungszeit. Sie ist genau, wenn ein Datum angegeben und bestätigt ist, und ungefähr, wenn man sie aus Papier, Rechtschreibung, Herstellungstechnik oder erwähnten Ereignissen ableitet.
Provenienz
Die Herkunftsgeschichte eines Gegenstands oder Dokuments: wer es besaß, wie es von Hand zu Hand ging und wie es an seinen heutigen Ort kam. Lücken in dieser Geschichte sind ein Grund zur Vorsicht.
Quellenkritik
Die Prüfung eines Dokuments durch Fragen: Wer ist der Urheber, wann und warum schrieb er, für wen war der Text bestimmt? Die äußere Kritik prüft die Echtheit, die innere die Glaubwürdigkeit des Inhalts.

Kontext und Aufbewahrung

Kontext
Die Umstände, unter denen eine Quelle entstand: Bräuche, Sprache, Alltag, andere Dokumente derselben Zeit. Ohne Kontext liest man einen alten Text leicht mit heutigen Augen und irrt sich.
Archivbestand
Die Gesamtheit der Dokumente, die bei der Tätigkeit einer Einrichtung, einer Familie oder einer Person entstanden sind und zusammen aufbewahrt werden. Dieses Prinzip hilft, die Zusammenhänge zwischen den Papieren zu erhalten.
Original und Abschrift
Das Original stammt vom Urheber selbst oder seiner Kanzlei, die Abschrift gibt es später wieder. Eine Abschrift kann sehr wertvoll sein, doch bei ihrer Anfertigung sind Fehler und Auslassungen möglich.
  • Quellen

    Arten von Quellen, ihre Stärken und Schwächen sowie Regeln für das Zitieren.

  • Analysen

    Beispielanalysen zu Brief, Tagebuch, Foto und alter Zeitung. Dazu der Katalog der Beiträge.

  • Geschichte

    Wie sich der Umgang mit Zeugnissen der Vergangenheit wandelte – von antiken Autoren bis zur Archivwissenschaft des 19. Jahrhunderts.

  • FAQ

    Kurze Antworten zum Nachschlagewerk, zu Archiven, Dokumenten und Familienfotos.

Quellen

  • Enzyklopädische Quellen zur Historiografie und zur Geschichte der Fotografie
  • Föderales Gesetz Nr. 125-FZ „Über das Archivwesen in der Russischen Föderation“

Konkrete Daten und Angaben stammen aus Enzyklopädien und offiziellen Programmbeschreibungen; alles Übrige ist allgemein gehalten. Datierungen alter Dokumente sind fast immer ungefähr, und wir geben ausdrücklich an, wie sicher eine Angabe ist.